p.m.
bolo'bolo

eine Anleitung, für die Menschheit, zu leben für eine Zukunft

Das Buch ist bereits in 7 Sprachen erschienen, hier ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem bedeutenden Werk,
von P.M.
Der Autor gab mir die freundliche Genehmigung es hier abzulegen.

       

Wie alles begann bolo'bolo
Der grosse Kater:    Irgendwas ist schiefgegangen.... asa’pili    Worte sind Zeichen
Die Planetarische Arbeitsmaschine:
 Das Monster, das den Planeten im Griff hat
ibu     eine Menge unnötiger Komplizierung
Alles oder Nichts: ... das sind die realistischen Möglichkeiten. bolo    Heimat auf unserem Raumschiff
bolo'bolo ... ist eine Reise in die zweite Wirklichkeit, so wie Yapfaz, Kwendolm, Takmas, and Ul-So sila    Gastfreundschaft, Existenzgarantie, Unterstützungsverpflichtung, Toleranz, Sicherheit
asa    Erde, Menschheit
             & DU?                  Mail:  info@bolo-bolo.org  pili    Verstehen, Wissenschaft, Magie, Sprache, Medien, Lernen, Lehren

Der grosse Kater

Das Leben auf dem Planeten ist nicht so Zufriedenstellend als es sein könnte. Irgendetwas ist offensichtlich schiefgegangen, aber was? Wahrscheinlich war es ein Riesenfehler als die Natur (oder was auch immer es war) mit der Idee "Mensch" ankam. Warum sollte ein Lebewesen auf zwei Beinen laufen und anfangen zu denken? Es scheint so, dass wir aber keine grosse Wahl darüber haben; wir mussten mit diesem Naturfehler zurechtkommen, mit uns selbst. Fehler werden gemacht um daraus zu lernen.
In der Altsteinzeit (etwa vor 50.000 Jahren) gab es erst wenige von uns. Pflanzennahrung und Wild waren im Überfluss vorhanden und das Überleben erforderte nur wenig Zeit und mässige Anstrengungen. Um genügend Wurzeln Beeren, Nüsse, Früchte oder Pilze zu sammeln und um ein paar Kaninchen zu erjagen (oder noch bequemer: mit fallen zu erwischen) brauchten wir bloss zwei bis drei Stunden am Tag. In unseren gemütlichen Lagern, in Laubhütten und Höhlen, verzehrten wir das Fleisch und die gesammelten Pflanzen gemeinsam und verbrachten den Rest der Zeit mit Herumdösen, Träumen, Baden, Tanzen, Schmusen und Geschichten erzählen. Einige begannen Felswände zu bemalen andere schnitzten an Knochen oder Holzstücken herum oder erfanden neue Fallen und Lieder. Unbeschwert zogen wir in Horden von etwa 25 Leuten in der Gegend herum, ohne viel Gepäck und ohne Eigentum, ohne Familienbindungen und Chefs, ohne Angst und Religion. Von zwei Millionen Jahren haben wir nur etwa 10.000 Jahre nicht so gelebt. 99,5% unserer Geschichte sprechen für sich. Die jüngere Altsteinzeit war unser bester Deal; das behauptet wenigstens die neuere Forschung. Eine lange und glückliche Zeit verglichen mit den 200 Jahren dieses industriellen Alptraums.
Viele Geschichten wären von dort an denkbar gewesen. Eine davon ist die unsere - eine Art dummer Ausrutscher mit gigantischen Folgen. Jemand muss mit Samen und Pflanzen herumgespielt und so allmählich die Landwirtschaft entdeckt haben. Es schien eine gute Idee zu sein: statt den essbaren Pflanzen nachzulaufen, konnte man sie nun in der Nähe des Lagers wachsen lassen. Aber wir mussten nun mindestens einige Monate am gleichen Ort bleiben, genügend Saatgut zurückbehalten, die Arbeit einteilen, vorausplanen und unmittelbare Bedürfnisse unterdrücken. Die Ernte mußte auch gegen unsere nomadisches Sammler/Jägervettern verteidigt werden, die darauf bestanden dass alles jedem gehörte. Konflikte zwischen Bauern, Jägern und Rinderzüchtern ergaben sich. Wir mußten anderen erklären, daß wir "gearbeitet" hatten, um unsere Vorsorge anzusammeln, und sie hatten nicht einmal ein Wort für "Arbeit". Von Planung, Nahrungslagerung, Verteidigung, Zäunen, Organisation und der Notwendigkeit von Selbstdisziplin öffneten wir die Tür zu spezialisierten sozialen Organismen wie Priestertümer, Häuptlingen, Armeen. Wir schufen Fruchtbarkeitsreligionen mit Ritualen, um uns von unserem frisch gewählten Lebensstiel überzeugt zu halten. Der Versuchung, zum freien Leben der Sammler/Jäger zurückzukehren ist immer eine Bedrohung gewesen. Ob es Patriachat oder Matriarchat war, wir waren auf der Straße zum Staat.
Mit dem Aufkommen der alten Zivilisationen in Mesopotamien, Indien, China und Ägypten war die Staatsgewalt, die Kontrolle des Zentrums über die Gesellschaft, schon zum Selbstzweck geworden. Der zukünftige Zusammenbruch unseres Raumschiffs war programmiert. Zentralisierte Organismen entwickelten ihre eigene Dynamik; Wir wurden die Opfer unserer eigenen Schöpfungen. Statt zweier Stunden pro Tag, arbeiteten wir zehn Stunden und mehr auf den Feldern und Baustellen der Pharaonen und Caesars. Wir starben in ihren Kriegen, wurden als Sklaven deportiert, wenn sie uns für dafür brauchten. Jene, die versuchten zu ihrer früheren Freiheit zurückzukehren, wurden gefoltert, verstümmelt, gekreuzigt.
Mit dem Anfang der Industrialisierung wurden die Dinge nicht besser. Um die bäuerlichen Rebellionen und die wachsende Unabhängigkeit von Handwerkern in die Städte zurückzudrängen, führten sie das Fabriksystem ein. Statt Vormänner und Peitschen verwendeten sie Maschinen. Sie diktierten uns unsere Arbeitsrhythmen, bestraften uns automatisch mit Unfällen und behielten uns unter Kontrolle in riesigen Hallen. Noch einmal bedeutete "Fortschritt", mehr und mehr unter immer mörderischeren Bedingungen zu arbeiten. Von 1440 Stunden im Jahr in 1300, stieg das Arbeitsaufkommen zu 3650 Stunden im Jahr 1850. 1987 war es 2152 Stunden und es nimmt wieder zu. Die ganze Gesellschaft und der ganze Planet wurden zu einer großer Arbeitsmaschine. Und diese Arbeitsmaschine war gleichzeitig eine Kriegsmaschine, denn Frieden und Arbeit schliessen sich gegenseitig aus. Wie soll einer, den die Arbeit langsam zerstört, sich dagegen wehren können, dass die Maschine andere umbringt? Die eigene Unfreiheit ist immer die Bedrohung der Freiheit der anderen. Die Industrie ist immer eine Rüstungsindustrie, auch im "Frieden". Entweder führt sie den Kleinkrieg namens "Alltag" oder den Grosskrieg namens "Krieg". Das eine geht nicht ohne das andere.
Auch diesmal begleiteten Illusionen und Utopien die neue Verschärfung unserere Sklaverei. Die Zukunft musste ja besser werden, wenn die Gegenwart so elend war. Sozialistische Reformer versuchten den Arbeitern einzureden, dass die moderne Industriegesellschaft auf lange Sicht mehr Freizeit und Wohlstand, mehr Freiheit und Genüsse bringen würde. Marx meinte, wir würden dann endlich wieder in Ruhe jagen, fischen und dichten können. (Wozu der grosse Umweg?) Dann verlangten sozialistische und kommunistische Politiker aller Schattierungen von Lenin bis Trotzki, von Castro und Pol Pot von uns mehr Opfer und Disziplin, um die neue Gesellschaft aufzubauen. Doch der Sozialismus war nur ein neuer Trick der Arbeitsmaschine, die sich so auch dort durchsetzen konnte, wo es an privatem Kapital fehlte. Die Herren des Zentrums hatten sich nur anders verkleidet. Der Arbeitsmaschine ist es egal, ob sie nun von transnationalen Konzernen oder von Staatsbürokratien entwickelt und verwaltet wird. Ein Politbüro ist ihr genauso genehm wie ein Verwaltungsrat. Die industrielle Arbeits- und Kriegsmaschine hat unser Raumschiff und seine Zukunft gründlich ruiniert: Die Möblierung (Dschungel, Wälder, Seen, Meere) ist zerschlissen, unsere Spielgenossen sind verschwunden oder fast ausgerottet (Wale, Schildkröten, Bären, Tiger), die Luft stinkt und macht uns krank, die Vorratskammern sind geplündert (fossile Brennstoffe, Metalle) und die atomare Selbstzerstörung ist vorbereitet.
Wir bringen es trotz "Fortschritt" nicht einmal zustande, dass alle genug zu essen haben. Wir sind so nervös und reizbar geworden, dass wir für alle Arten von nationalistischem, rassistischem oder pseudoreligiösen Bewegungen Pogrome und Kriege zu haben sind. Für viele von uns ist der Selbstmord oder ein Atomkrieg nicht mehr eine Bedrohung sondern die vollkommene Erlösung von Angst, Plackerei und Langeweile. Einige 1000 Jahre Zivilisation und 200 Jahre Industriegesellschaft haben uns mit einem grossen Kater zurückgelassen. Die Wirtschaft ist zum Selbstzweck geworden und droht uns zu verschlingen. Das Hotel "Erde" terrorisiert seine Gäste. Doch wir sind Gäste und Wirte zugleich.

Die Planetare Artbeitsmaschine (PAM)

Das Monster, dass wir aufgezogen haben und das diesen Planeten beherrscht, heisst Planetare Arbeitsmaschine (PAM). Wenn wir unser Raumschiff sprich "Hotel" wieder in einen angenehmen Aufenthaltsort zurückverwandeln möchten, müssen wir uns also zuerst mit der PAM befassen. Wie schafft es die Maschine uns unter Kontrolle zu halten? Wie kann sie blockiert und auseinandergenommen werden? Wie können wir sie loswerden, ohne dass sie uns zugleich vernichtet.
Die Arbeitsmaschine ist heute von vornherein eine planetrare Maschine. Sie frisst in Afrika, verdaut in Asien und scheisst in Europa. Sie wird geplant und gesteuert durch ein Geflecht von multinationalen Firmen, Banken, Staatsorganen, Brennstoff- und Rohmaterial Kreisläufen. Es kursieren viele Illusionen über die Bedeutung von Nationen, Blöcken, Erster Zweiter und dritter Welt, Nord und Süd. All das sind nur mehr oder weniger grosse Räder der gleichen Maschine, und nationale Unabhängigkeit ist nur eine Fata Morgana, die uns darüber hinwegtäuschen soll. (Spätestens die Politik des Internationalen Währungsfonds -IMF- sollte dem letzten die Augen geöffnet haben.) Natürlich besteht die PAM aus verschieden Teilen, die sich abstossen, antreiben und bremsen. Die PAM lebt geradezu von der Energie, die aus ihren inneren Widersprüchen erzeugt wird: Arbeiter/Kapital, Privatkapital/Staatskapital (Kapitalismus/Sozialismus), Entwicklung, Unterent- wicklung, Elend/Verschwendung, Krieg/Frieden, Mann /Frau, usw. Die PAM ist kein hartes einheitliches Gebilde sondern sie benutzt Widersprüche, um sich umzuformen auszudehnen und zu verfeinern. Sie gleicht eher einem biologischen Organismus, als einem mechanischem Koloss. Im Unterschied zu faschistischen oder theokratischen Systemen oder zu Orwells "1984" braucht sie durchaus ein gesundes Mass an Widerstand, Unruhe, Provokation und Rebellion (nach dem Motto: Was uns nicht umbringt, macht uns stärker!) Sie verdaut Gewerkschaften, Linksparteien, Protestbewegungen, und demokratische Regimewechsel dort am besten wo sie stark ist. Wenn die Demokratie ihr nicht mehr nützt, greift sie zur Diktatur. Wenn die Legitimation in die Krise gerät, hat sie Gefängnisse Folter und Deportation in Reserve. So wichtig diese Modalitäten für die jeweils Betroffenen auch sein mögen, sind sie doch nicht wesentlich für das Verständnis des Funktionierens der PAM.
Die PAM verkörpert das Wirschaftsprinzip, und sie kann nicht anders. Was aber ist Wirtschaft? Umwandlung menschlicher Energien in Arbeit und Verwandlung von Arbeit in messbare Produkte (Waren). Damit Menschen arbeitsfähig und daher für die Maschine nutzbar werden, müssen sie aus ihrer natürlichen Umgebung und Ihren gesellschaftlichen Bindungen gelöst werden, die dadurch zerstört werden. Arbeit selbst bedeutet sodann, dass du die Kontrolle über bestimmte Positionen deiner Lebenszeit aufgibst, die in eine unpersönliche, zentral gelenkte Zirkulation eingehen. Du brauchst z.B. deine Zeit dazu, irgendeinen Bestandteil zu bauen, der von irgendjemanden gekauft und zu einem Dir unbekannten Zweck verwendet wird. Der Kreislauf dieser anonymen Lebensfetzen wird geregelt gemäss der aufgewendeten Arbeitszeit, deren Mass eine Zahl, das Geld, ist. Die Austauschenden kennen sich nicht, haben keine Kontrolle über ihr gemeinsames Produkt, wissen nicht, wofür es eingesetzt wird und woher die Waren kommen, die sie selbst verbrauchen. So wird der Arbeiter von dem Ge-wehr erschossen, das er geholfen hat herzustellen. Oder er stirbt an dem Gift, das in seiner Fabrik erzeugt wird. Oder er beklagt sich über den Lärm jener Autobahn, für die er den Beton gemischt hat. Das ist der Mechanismus der Arbeitsmaschine: die Gesellschaft in isolierte Individuen aufspalten, sie einzeln mit Lohn oder Gewalt erpressen, und dann ihre Arbeitszeit gemäss dem eigenen Plan zusammensetzen. Wirtschaft bedeutet: Immer bessere Kontrolle der Maschine über ihre Bestandteile und der erzeugten Arbeit. Die PAM wächst, weil Wachstum ihr Überleben sichert. Ein Wozu braucht sie nicht. (Unser Widerstand genügt.)
Wir alle sind Bestandteil dieser Maschine, wir sind die Maschine. (Die technischen Mittel der Maschine - Anlagen, Bauten, Motoren, Maschinen usw. - sind unsere geronnene Vergangenheit.) Wir stellen die Maschine gegenseitig für uns dar. Ob wir nun über unter oder gar nicht entwickelt sind, ob wir entlöhnt sind oder nicht, ob wir auf eigene Rechnung wirtschaften oder angestellt sind - wir funktionieren für die Maschine. Wo es keine Industrie gibt, werden Arbeiter zum Export in Industriezonen hergestellt und billig verkauft. So produzierte Afrika Sklaven für Amerika, exportiert die Türkei Arbeiter nach Deutschland, Pakistan nach Kuweit, Ghana nach Nigeria, Marrokko nach Frankreich. Die Menschen noch unberührter Gebiete werden als pittoreske Dekoration für den Tourismus genutzt: so etwa die Indianer in gewissen Reservaten, die Balinesen, Polynesier, Bergbauern. Die PAM setzt sich über alle "Abkoppelungs"Versuche hinweg, holt alle "nationalen Wege" wieder ein. Und wer gerade glaubt, der Maschine entkommen zu sein, erfüllt eine Funktion als "Aussenseiter". (Clochard, Hippie, Yogi, Original usw.). Solange es die PAM gibt, sind wir alle in ihr drin. Sie hat inzwischen alle traditionellen Gesellschaften zerstört oder sie in Defensive verkümmern lassen. Selbst weit hinten in einem verlassenen Gebirgstal bist du nie sicher vor der Steuerbehörde, den Rekrutierungsorganen, der Polizei. Die Maschine kann mit ihren Fangarmen jeden Ort auf diesem Planeten innert weniger Stunden erreichen. Wir sind "besetzt". Nicht einmal in der entferntesten Ecke der Wüste Gobi kannst du absolut sicher sein, unbeobachtet in aller Ruhe unter freiem Himmel scheissen zu können.

Alles oder Nichts

Die planetarische Arbeitsmaschine ist allgegenwärtig; Sie kann nicht von Politikern angehalten werden. So wird die Maschine unser Schicksal sein, bis wir an einer Herzkrankheit oder an Krebs mit 65 oder 71 sterben? Wird dies unser Leben gewesen sein? Haben wir es uns so vorgestellt? Ist ironische Resignation der einzige Ausweg, um uns vor den Selbsttäuschungen der wenigen uns verbleibenden Jahre zu verstecken? Vielleicht ist ja alles klar, und wir sind nur überdramatisch? Lassen wir uns nicht hereinlegen. Selbst wenn wir allen unseren Opfergeist, allen unseren Mut mobilisieren, können wir nichts erreichen. Die Maschine ist perfekt ausgerüstet gegen politische Kamikaze, wie das Schicksal der Rote-Armee-Fraktion, die roten Brigaden, das Moneneros und andere gezeigt haben. Sie kann mit bewaffnetem Widerstand zusammenleben, diese Energie sogar als einen Motor für ihre eigene Vervollkommenung umwandeln. Unsere Einstellung dazu ist kein moralisches Problem, nicht für uns, und noch weniger für die Maschine. Ob wir uns töten, ob wir uns in unseren eigenen speziellen Deal verkaufen, einen Ausweg oder eine Zuflucht finden, in der Lotterie gewinnen oder Molotowcocktails werfen, uns Sekten oder dem Bhagwan anschliessen, uns am Ohr kratzen oder Amok laufen: Wir sind fertig. Diese Realität bietet uns nichts. Opportunismus zahlt sich nicht aus. Karrieren sind schlechte Risiken; Sie verursachen Psychosen, Ehen. Auszusteigen bedeutet Selbstausnutzung in Gettos, an dreckigen Straßenecken zu betteln, sich im Kommunegarten krummzubuckeln. Klugheit ist ermüdend geworden. Dummheit ist ärgerlich.
Es wäre logisch uns die folgenden Fragen zu stellen: "Wie möchte ich denn wirklich gerne leben?" "In welcher Gesellschaft (oder Nicht-Gesellschaft) würde ich mich am wohlsten fühlen?" "Abgesehen von der Praktizierbarkeit, was sind meine wirklichen Wünsche?" .....

bolo`bolo

bolo ` bolo ist Teil (meiner) zweiten Realität. Es ist durchweg subjektiv, da die Realität von Träumen nie objektiv sein kann. Ist bolo ` bolo alles oder nichts? Es ist beides und auch nichts. Es ist eine Reise in eine zweite Realität wie Yapfaz, Kwendolm, Takmas und Ul So. Da gibt es Raum für noch viele Träume. bolo ` bolo ist eines jener unrealistischen, amoralischen, egoistischen Ablenkungsmanöver im Kampf gegen das Schlimmste.
bolo`bolo ist auch ein bescheidener Vorschlag zu den neuen Ordnungen auf dem Raumschiff nach dem Verschwinden der Maschine. Obwohl es als eine bloße Sammlung von Wünschen begann, haben sich viele Überlegungen über seine Realisierung da herum angesammelt. bolo`bolo kann weltweit innerhalb von fünf Jahren realisiert werden, wenn wir jetzt starten. Es garantiert eine weiche Landung in der zweiten Realität. Niemand wird eher verhungern, erfrieren oder früher sterben als heute in der Übergangsperiode. Es gibt sehr kleines Risiko.
Natürlich fehlt es heutzutage nicht an allgemeinen Vorstellungen von einer postindustriellen Gesellschaft. Sei es der Ausbruch des Wassermannzeitalters, des Paradigmenwechsels, das Ecotopia, neue Netze, Rhizome, dezentrale Strukturen, die weiche Gesellschaft, die neue Armut, kleine Wirtschaftskreise, third wave oder Prosumer Gesellschaften, die ökologische oder alternative Literatur wächst rasch. Die vermeintlich weichen Verschwörungen gehen weiter, und die neue Gesellschaft wird schon in Kommunen, Sekten, Bürgerinitiativen, Alternativunternehmen, Blockinitiativen geboren. In allen diesen Veröffentlichungen und Experimenten gibt es viele gute und nützliche Ideen, die dazu da sind, gestohlen und in bolo ` bolo integriert zu werden. Aber viele dieser Utopien ( oder "Futuribles" wie der Franzose sagt) sind nicht sehr verlockend: Sie stinken von Verzicht, Moralism, neue Arbeit, mühseligem Überdenken, Bescheidenheit und Selbstbeschränkung. Natürlich gibt es Grenzen, aber warum sollten sie Grenzen von Vergnügen und Abenteuer sein? Warum reden die meisten Alternativen nur über neues Pflichten und fast nie über neues Möglichkeiten?
Einer der Wahlsprüche vom Alternativen ist: Global denken, Lokal handeln. Warum nicht global und lokal denken und handeln? Es gibt eine Menge von neuen Konzepten und Ideen, aber was fehlt ist ein praktischer globaler (und lokaler) Vorschlag, eine Art gemeinsame Sprache. Es muß eine Vereinbarung auf Grundelementen sein, so das wir nicht in die nächste Falle der Maschine stolpern. In dieser Hinsicht ist Bescheidenheit und (akademische) Vorsicht eine Tugend, die riskiert uns zu entwaffnen. Warum bescheiden sein, angesichts bevorstehender Katastrophen?
Es könnte sei, dass bolo`bolo nicht der beste und detaillierteste Vorschlag für eine neue Ordnung auf unserem Raumschiff ist, aber es ist nicht so schlecht und für viele Leute akzeptabel. Ich benutze es als ersten Vorschlag und wir werden sehen was dann kommt ...

asa'pili  

Die asa'pili Wörter werden immer mit den Zeichen geschrieben es ist also kein Alphabet erforderlich. Die lateinische Schrift dient diesem Text nur als Behelfsmittel. Es können dafür auch andere Schriften (Kyrillisch, Griechisch, Arabisch usw.) verwendet werden.
Die Verdoppelung eines Wortes bezeichnet eine Mehrzahl.: bolo'bolo = viel bolos. Mit dem Apostroph (') können Zusammensetzungen gebildet werden, wobei das erste Wort das zweite bestimmt (wie im deutschen): asa'pili (Weltsprache), fasi'ibu ("Reisender"), yalu'ganu ("Restaurant"), usw.
Neben dieser kleinen asa'pili könnte auch ein umfangreicheres asa'pili geschaffen werden für wissenschaftlichen Austausch internationale Konventionen, usw. Es ist aufgabe der palnetarischen Versammlung ein Wörterbuch und eine Grammatik aufzustellen. Hoffentlich wird es leicht.

ibu  

Eigentlich gibt es nur das ibu und sonst gar nichts. Doch das ibu ist unzuverlässig, paradox und pervers. Es gibt nur ein einziges ibu, und trotzdem tut dieses so als ob es mehr als 4 Milliarden davon gebe. Das ibu weiss auch, das es selbst die Welt und die Wirklichkeit erfunden hat, und doch glaubt es fest daran, dass diese Einbildungen real sind. Das ibu hätte sich eine angenehme, problemlose Wirklichkeit erträumen können, aber es hat sich darauf versteift, sich eine Elende, brutale, widersprüchliche Welt einzubilden.
Es hat sich eine Wirklichkeit zusammengeträumt, in der es ständig von Konflikten, Katastrophen und Krisen geplagt wird. Es ist hin- und hergerissen zwischen Glücksrauch und Trübsal, zwischen Begeisterung und Enttäuschung, zwischen Ruhe und Nervosität. Es hat einen Körper, der jeden Tag 2000 Kalorien benötigt, schnell müde wird, friert, krank wird und es ungefähr alle 70 Jahre wieder aus sich vertreibt. Lauter unsinnige Komplikationen.
Um sich daran zu hindern, zu sich selbst zu kommen und die Traumhafigkeit der Wirklichkeit zu durchschauen, hat sich das ibu. auch die "anderen" ausgedacht. Es bildet sich ein, diese künstlichen Wesen seien wie es selbst. Wie in einem absurden Theater tritt es mit ihnen in Beziehung, liebt oder hasst sie , fragt sie sogar um Rat oder philosophische Erklärungen. Es flieht so vor seinem eigenen Bewusstsein und delegiert es an andere um es los zu werden. Es macht sich diese anderen fassbar, in dem es sie zu Institutionen formiert: Paar, Familie, Verein, Stamm, Club, Volk, Menschheit. Es erfindet die "Gesellschaft" und unterwirft sich ihren Gesetzen. Der Alptraum ist perfekt. ...

bolo  

Das ibu ist immer noch da, was will es noch? Hofft es auf einen verbesserten Alptraum? Es ist immer noch allein, aber es glaubt, dass es seiner Einsamkeit entkommen kann, wenn es Übereinkünfte mit den "anderen" 4 Milliarden ibus abschliesst. Gibt es "sie" wirklich? Man kann nie sicher sein.
Also schliesst sich das ibu mit etwa 500 anderen ibus zu einem bolo zusammen. Das bolo ist seine grundlegende Übereinkunft mit anderen ibus, ein direkter persönlicher Lebenszusammenhang. Das bolo ersetzt die alte Übereinkunft, die wir Geld nennen. Im bolo und darumherum erhalten die ibus ihre täglichen 2000 Kalorien, Unterkunft, medizinische Betreuung, alles, was zum Überleben nötig ist und noch viel mehr.
In einem bolo wird das ibu geboren, verbringt seine Kindheit, wird gepflegt, wenn es Krank ist, lernt gewisse Dinge, werkelt herum, wird getröstet, wenn es traurig ist, kümmert sich um die anderen ibus, trödelt herum, stirbt. Kein ibu kann aus seinem bolo vertrieben werden. Hingegen darf es selbst sein bolo jederzeit verlassen und wieder dorthin zurückkehren. Das bolo ist das Heim des ibu auf dem Raumschiff Erde. Kein ibu ist verpflichtet, in einem bolo zu wohnen. Es kann ganz alleine bleiben, kleinere Gruppen bilden, oder besondere Abkommen mit anderen bolos schliessen. Es genügt, wenn ein grosser Teil der ibus in bolos lebt, damit die Geldwirtschaft nicht mehr zurückkehren kann. Die fast vollständige Selbstversorgung der bolos garantiert ihre Unabhängigkeit. Damit sind sie der Kern einer neuen Form persönlichen, direkten gesellschaftlichen Austauschs. Die bolos sind notwendig, weil sonst die Geldwirtschaft von selbst wiederentsteht.
...

sila  

Vom einzelnen ibu aus gesehen, besteht die Aufgabe der bolos darin, sein Überleben zu sichern, sein Leben angenehm zu machen, ihm ein Heim zu geben oder es aufzunehmen, wenn es unterwegs ist. Die Abmachung zwischen den ibus und der Gesamtheit der bolos (bolo'bolo) heisst sila. Das ibu hat ja kein Geld (und auch keinen Job) und ist auch nicht verpflichtet sich einem bolo anzuschliessen (eine solche Verpflichtung wäre ihr Tod). Und so pflegen die bolos eine allgemeine Gastfreundschaft gegenüber allen ankommenden Einzel-ibus. Jedes bolo ist zugleich Hotel, jedes ibu ein möglicher (nicht zahlender) Gast. (Wir alle sind ohnehin nur Gäste auf diesem Planeten.)
Sila umfasst also mindestens folgende Abmachungen:


taku Jedes ibu bekommt von seinem bolo einen Behälter aus solidem Material (50x50x100 cm), über dessen Inhalt es als sein Exklusives Eigentum verfügen kann.
yalu Jedes ibu bekommt in jedem bolo mindestens eine Tagesportion ortsüblicher Nahrung von 2000 Kalorien.
gano Jedes ibu erhält in jedem bolo Unterkunft während eines Tages.
bete Jedes ibu erhält überall die bestmögliche medizinische Betreuung.
fasi Jedes ibu kann überallhin reisen, wo es will - es gibt keine Grenzen.
nima Jedes ibu kann seine Lebensweise, kleidung, Sprache, sein Liebesleben, seine Religion, Philosophie, Ideologie usw. selber bestimmen, praktizieren und verbreiten wo und wie es will.
yaka Jedes ibu kann jedes andere ibu oder eine gössere Gruppe gemäss den Regeln zu einem Duell herausfordern.
nugo Jedes ibu kann von seinem bolo eine Kapsel mit einem tödlich wirkenden Gift erhalten und sich jederzeit umbringen. Es kann zu diesem Zweck auch Hilfe verlangen.
Solche Abmachungen hängen ganz davon ab, dass es überall viele bolos gibt, denn vereinzelte ibus wären nie in der Lage, sie sich gegenseitig zu gewährleisten.
...
Warum sollten die bolos die Gastfreundschaft einhalten? Könnte das nicht ein Vorwand für Parasitismus und Ausbeutung durch herumziehende Nichtsnutze werden? Dieses Risiko würde bestehen wenn bolo'bolo nicht planetar wäre. Gastfreundschaft wäre dann nicht Austausch unter bolos, sondern eine einseitige Beziehung. Doch jedes ibu in jedem bolo ist selbst zugleich ein möglicher Gast, und so hat jedes bolo ein Interesse daran, Gastfreundschaft nicht nur grosszügig zu gewähren, sondern Gäste so grosszügig wie möglich zu empfangen. Es könnte immer noch sein, dass reisende Einzel-ibus ausschliesslich von der Gastfreundschaft sesshafter ibus lebten. Auch diese Gefahr ist gering, denn der nomadiuche Lebensstil hat auch seine Nachteile und Beschränkungen. Als Reisender kann man nie voll am inneren Leben eines bolos teilnehmen und muss seine Lebensweise immer derjenigen der Gastgeber anpassen. Man hat kaum Einfluss auf die Entwicklung eines bolo, kann keine langfristigen Unternehmungen durchführen, muss menschliche Beziehungen immer wieder abbrechen. Schliesslich riskiert man auch auf Minimalration gesetzt zu werden. Andererseits können Reisende durchaus für die Gastgeber ein grosser Gewinn sein. Reisen kann sogar als eine Art Arbeit betrachtet werden, die man für sich und andere leistet. Reisende sorgen dafür, dass Neuigkeiten, Kenntnisse, Moden, Ideen, Geschichten, Produkte usw. zirkulieren. Gastfreundschaft und Reisen sind einfach eine Form gesellschaftlichen Lebens.
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asa  

asa ist der Name des Raumschiffs "Erde". Die autonomen Regionen sind die einzelnen Raume dieses Raumschiffs und wir alle seine Passagiere. Die Regionen können sich an planetaren Unternehmen beteiligen, die von der planetaren Versammlung dem asa'dala organisiert werden. Jede Region schickt eine Zweiervertretung (1 Frau + 1 Mann) zu seinen Sitzungen, die abwechselnd je ein jahr in Beirut und in Quito abgehalten werden. Das asa'dala ist ein Forum für Kontakte unter sumis, es fördert Begegnungen, Geplauder, den Austausch von Gütern, Projekten, Ideen und Beschimpfungen.
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Eine planetarische Versammlung und seine Unternehmungen können nur machen, was sie die teilnehmenden Regionen sie tun lassen. Welche Regionen an planetaren Unternehmungen teilnehmen und wie viele es sein werden, hängt ganz sicher von ihren Interessen und Neigungen ab. Es wird sicher Regionen geben, die abseits stehen und auf die Dienstleistungen des asa'dala verzichten werden. Dank der mehrfachen Selbstversorgungsnetze wird kein bolo oder keine Region von planetaren Strukturen wirklich abhängig sein. Der Ruf der Regionen, ihr Ansehen werden oft wichtiger sein als "praktische" Vorteile. Ohne die Selbstständigkeit der bolos und der Regionen bestünde eine gewisse Gefahr, dass aus dem asa'dala eine Art Weltregierung entsteht. Doch das asa'dala wird sich hauptsächlich um Gebiete kümmern, für die kein einzelnes bolo oder keine Region zuständig ist: Meere, die Atmosphäre, Polargebiete, Wüsten usw. Das asa'dala wird nur über die Dinge beschliessen, die ihm von den Regionen zugewiesen und übriggelassen werden.

pili  

Jedes bolo ist in einem gewissem Sinn eine kleine Welt oder ein "Heim" also ein Ort vertrauter Zeichen. Die Art dieses Zeichen-Heims, der Austausch dieser Zeichen, der Umgang mit Ihnen, ist ein wichtiger Teil der kulturellen Eigenart eines bolo. Gefühle, Sinneseindrücke, Ideen, Erfahrungen, Kenntnisse, Ereignisse, Geschichten und Gedichte, Kommunikation, Musik, Pädagogik, Forschung, Medien usw. - all das gehört zu pili.
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Da die bolos die ibus die meisten Alltagssorgen abnehmen und ihnen viel freie Zeit lassen, können sie sich unbeschwert mit wissenschaftlicher, magischer, praktischer oder spielerischer Vermittlung von Wissen befassen. Die Entdeckung und Entfaltung persönlicher Fähigkeiten wird wohl zur wichtigsten Tätigkeit der ibus überhaupt werden. Die zentralistische, bürokratische formalistische Wissenschaft wird überflüssig werden, weil auch die meisten zentralistischen, hochenergetischen (und daher "gefährlichen") Systeme verschwinden. Deswegen bricht aber noch lange kein neues "dunkles Zeitalter" an, im Gegenteil. Es wird mehr Zeit und Möglichkeiten für Forschung und eigene Information geben, weniger "geheimes" Wisssen, keine Trennung von Wissenschaft und (verantwortungsloser) Anwendung. Die ibus werden von vornherein Techniken bevorzugen, die sie selbst beherrschen können, und sich nicht von Spezialisten abhängig machen. Es ist besser die Abhängigkeit von grossen Informationssystemen zu verhindern, statt immer mehr Energien in die Bewältigung nutzloser Informationsmengen zu stecken. Wissen ist manchmal nichts "Gutes an und für sich", sondern nur akkumulierte Dummheit.

Bolo`Bolo, das Buch, das Spiel & noch vieles drum & dranzu bestellen bei:

http://www.paranoiacity.ch/


& Ja: Was denkst Du daruber?

Ideen sind natürlich wilkommen. Ebenso, auch Kritiken, Schwachpunkte, an denen wir wachsen können!

Die Zeiten haben sich seit den 80ern geändert. Nicht nur im Guten.

Das Bewusstsein, hat sich auch gesteigert, & vielleicht haben wir grad Heute, wo der Individualismus, an seinem Höhepunkt angekommen ist, vielleicht grad jetzt, die Chance, etwas neues wieder mal zu versuchen?

Das 21. Jahrhundert hat begonnen ! - Wo sind unsere Visionen?

In alternativen Kreisen, redet man - wieder (!) - fast nur noch von Vernetzung !

Einzelpersonen, haben immer noch kaum eine Chance, gegen die PAM, die auch etwa ihren Höhepunkt hinter sich hat.

Korrupte, leugnerische Weltterroristen à la USA, laufen auf dem letzten Zahn !

Was ist übrig von uns?

WIR sind gefragt ! 

Bitte: -  Ibu`Ibu, melde Dich, zum Asa`Dala !

          -  Weisst Du mehr als wir ? - sende uns Deine Links & Ideen !

          -  Übersetzungen in arabisch, chinesisch, hindi.... - Wilkommen !

info@bolo-bolo.org

http://www.cnr.ch/